Walhalla bleibt Kulturort– vor & nach der OB-Wahl

Auf Einladung des Kulturbeirats haben die potentielle Oberbürgermeisterin und die konkurrierenden Kandidaten zu Wiesbadens kulturpolitischer Zukunft Position bezogen.

Wiesbaden, 17.05.2019

Im mit knapp 190 Personen sehr gut gefüllten Festsaal des Rathauses bekannten sich am Donnerstagabend, dem 16.05., alle positiv zu brennenden kulturellen Themen der Stadt –
der Kulturbeirat wird sie beim Wort nehmen – insbesondere nach der Wahl.

„Nichts für ungut aber gehen Sie eigentlich noch raus?“ - unter diesem Motto des Abends hat Anna-Maria Magel aus der F.A.Z.-Kulturredaktion die große Runde gleich zu Beginn auf ihre Kulturfestigkeit geprüft. „Besuchen die Dame und die Herren überhaupt Kultur in Wiesbaden, was genau und welche Orte der Stadt sind Ihnen dabei wichtig?“ Christiane Hinninger (Bündnis 90/DIE GRÜNEN), Gert-Uwe Mende (SPD), Dr. Eckhard Müller (AfD), Ingo von Seemen (DIE LINKE), Eberhard Seidensticker (CDU) und Sebastian Rutten (FDP) waren sich meist sehr einig, welchen hohen Stellenwert die Kultur in ihrem künftigen Amt haben soll. Es klangen gute Chancen an, die sechs gelegentlich im Staatstheater, Schlachthof, Museum und einer der vielen kleineren Kulturinitiativen der Stadt persönlich zu treffen.

Das einhellige Bekenntnis zu einer besseren finanziellen Ausstattung von Wiesbadens Kultur wird vom Kulturbeirat dabei sehr begrüßt. Viele Kernthemen des Beirats scheinen auf offene Ohren in dieser Kandidierenden-Runde zu treffen. „Insbesondere das starke Bekenntnis aller Podiumsgäste zur kulturellen Nutzung des Walhalla Gebäudes nehmen wir als ausgesprochen positives Signal für die künftige Zusammenarbeit auf“, freute sich Ernst Szebedits, Vorsitzender des Kulturbeirats, über einen der Schwerpunkte der Diskussion.

Die Zukunft des Walhallas ist auch Thema eines Bürgerdialogs direkt vor der nächsten Kulturbeiratssitzung am 04.06.2019.

„Unseren Anspruch an die künftige Oberbürgermeisterin oder den zukünftigen Oberbürgermeister haben wir noch einmal deutlich formuliert: Kulturpolitik muss eine gleichberechtigte Rolle in der Stadtpolitik einnehmen, eine aktive Kunst- und Kulturpolitik durchdringt alle wichtigen Herausforderungen dieser Stadt“, kommentierte Dorothea Angor als stellvertretende Beiratsvorsitzende das Gespräch zum Kulturentwicklungsplan Wiesbadens.

In der Diskussion wurde erneut festgestellt, wie lange die Wiesbadener Stadtpolitik das Vorhaben schon auf der Agenda hat. Mit der Aufnahme der Arbeit des Kulturbeirats im letzten Jahr soll es als ein Kernprojekt des Beirats Fahrt aufnehmen. Hier gute Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für Kulturschaffende jenseits politischen Wunschkonzerts einrichten zu wollen, teilt der Kulturbeirat mit der einigen Meinung am gestrigen Abend. Anregungen aus dem Kreis der Kulturbeiratsmitglieder, die reichhaltige Fülle der Kulturakteure einzubeziehen und den Begriff Leuchttürme nicht zu sehr auf die ganz großen Player einzuengen, sollen berücksichtigt werden. Ebenso soll die Diskussion zur kulturellen Zukunft im Sinne breiter Teilhabe und größtmöglicher Vielfalt in die Stadt getragen werden. Eine Steuerungsgruppe aus Kulturschaffenden, Politik und Verwaltung begleitet die beauftragte Agentur StadtART seit Kurzem – erste öffentliche Veranstaltungen sollen bald kommen.

Der Kulturbeirat und seine Mitglieder rechnen weiterhin mit konstruktiver Auseinandersetzung und produktiver Zusammenarbeit. Die gemeinsame Wertschätzung von Kulturschaffenden und gute kulturelle Versorgung der Bürgerinnen und Bürger Wiesbadens sollen Prämisse der Zusammenarbeit mit der Stadtpolitik sein. Auch wenn es dabei einmal differierende Meinungen zwischen Kulturbeirat und Kulturausschuss geben kann - den Beratungsauftrag und die kritische Instanz des Kulturbeirats sieht Ernst Szebedits in keiner Weise gefährdet: „Am Ende sind die parlamentarischen Vertreterinnen und Vertreter demokratisch gewählt und verantworten die Entscheidungen für Wiesbadens Kultur. Wir werden unseren Teil für die Entwicklung einer konsistenten Kulturpolitik für Wiesbaden beitragen.“


OB-Podium Kultur

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