Tourismusbericht 2020

Der Wiesbadener Tourismusbericht für 2020 wurde nun vorgelegt - die mit der Corona-Pandemie einhergehenden Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen haben der Tourismusbranche weltweit massive Einbrüche beschert. So auch Wiesbaden. Im Jahr 2020 besuchten rund 256.000 Gäste Wiesbaden und buchten 654.564 Übernachtungen.

Tourismusbericht 2020

Pandemie lässt Übernachtungszahlen einbrechen

Acht Jahre hintereinander übertraf die Stadt Wiesbaden ihre eigenen Rekorde bei den Übernachtungszahlen – knapp 1,279 Millionen Übernachtungen waren es im Jahr 2019. Die Corona-Krise und die mit ihr einhergehenden Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen haben diese positive Entwicklung abrupt beendet: Im Jahr 2020 besuchten rund 256.000 Gäste die hessische Landeshauptstadt und buchten in den Beherbergungsbetrieben insgesamt 654.564 Übernachtungen. Den vom Hessischen Statistischen Landesamt erhobenen und dem städtischen Amt für Statistik und Stadtforschung aufbereiteten Zahlen zufolge entspricht dies einem Rückgang von 57 Prozent bei den Gästeankünften und einem 49-prozentigen Rückgang bei der Anzahl der Übernachtungen. Die Zahl der Übernachtungen in den hessischen Beherbergungsbetrieben verringerte sich insgesamt um 48 Prozent auf 18,5 Millionen. Damit lag die Landeshauptstadt bei den Übernachtungsrückgängen
im hessenweiten Durchschnitt. Deutschlandweit verzeichneten die Beherbergungsbetriebe 302,3 Millionen Übernachtungen und damit 39 Prozent weniger als in 2019.

Vom Tourismus in Wiesbaden generierter Bruttoumsatz

In der Landeshauptstadt Wiesbaden wird mit dem Tourismus jährlich ein Bruttoumsatz von 685,7 Millionen Euro generiert. Dies ergibt sich aus den Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamtes sowie aus den Ergebnissen der Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr an der Universität München (dwif). Alleine aus Mehrwert- und Einkommenssteuer resultieren circa 80,5 Millionen Euro Steueraufkommen aus dem Tourismus in Wiesbaden, welches jedoch als Gemeinschaftssteuer Bund,Ländern und Kommunen zukommt. Nach Berechnungen des Institutes, das orts- beziehungsweise regionalspezifische Werte ermittelt, beträgt der relative Anteil der touristisch bedingten Einkommen an allen Primäreinkommen in Wiesbaden 3,5 Prozent. Daraus ergibt sich ein Äquivalent von rund 9.660 Personen, die ihren Lebensunterhalt (gemessen an einem durchschnittlichen Primäreinkommen pro Kopf) durchden Tourismus in Wiesbaden bestreiten können.

Digitale Angebote von Convention Wiesbaden

Die Corona-Pandemie hat maßgeblich zu einer Beschleunigung der Digitalisierung im Jahr 2020 beigetragen. Die Convention-Sales-&-Marketing-Abteilung hat sich entsprechend mit dem Themenschwerpunkt "alternative und digitale Veranstaltungsformate" im Markt positioniert. In den Veranstaltungshäusern konnte auf Anfragen zur digitalen Umsetzung von Veranstaltungen und Tagungen reagiert werden. Durch gezielte Weiterbildung im Thema und Wettbewerbsbeobachtung haben das RMCC und das Kurhaus Wiesbaden gemeinsam mit ihrem technischen Partner, der schokopro GmbH, vier Event-Pakete für digitale und hybride Veranstaltungen mit unterschiedlichen Leistungsbausteinen entwickelt. Zusätzlich wurde ein eigenes Streaming-Studio im Kurhaus Wiesbaden installiert und für Online-Veranstaltungen vermarktet.

Entwicklung der Veranstaltungen 2020

Als Veranstaltungshaus für große Publikumsveranstaltungen,Messen und Kongresse war das RheinMain CongressCenter im Veranstaltungsjahr 2020 entsprechend stark von den Einschränkungen der Veranstaltungsbranche durch die Corona-Pandemie betroffen. Auch im Kurhaus Wiesbaden konnten die meisten Veranstaltungen nicht wie geplant stattfinden. Das Jagdschloss Platte als primärer Austragungsort für Veranstaltungen mit geselligem Charakter (u. a. Jubiläen, Firmenfeiern,Hochzeiten) konnte angesichts der entsprechenden Einschränkungen für festliche Veranstaltungen ebenfalls nur in den ersten Monaten vor der Pandemie voll bespielt werden.
Dies trifft in gleichem Maße auf alle anderen Veranstaltungshäuser und Hotels mit Veranstaltungskapazitäten zu. Zusätzlich dazu brachen für die Wiesbadener Hotellerie die geschäftlich motivierten Übernachtungen in großem Maße weg. Die Kongress- und Tagungsdestination Wiesbaden hätte die positive Entwicklung der Vorjahre planmäßig für das Jahr 2020 fortgeschrieben: Im RheinMain CongressCenter waren für 2020 insgesamt 125 Veranstaltungen geplant. Zu den letzten großen Veranstaltungen mit Publikumsverkehr im Januar und Februar 2020 konnte das RMCC bis zu 8.000 Besucher (Veggie World / PARACELCUS Messe) begrüßen. Die Herzmedizin-Jahrestagung verzeichnete im Februar 2020 über 2.500 Teilnehmer. Der alljährliche Ball des Sports fand als eine der letzten Großveranstaltungen als 50. Jubiläum und mit über 2.000 Gästen und Musikgröße Herbert Grönemeyer im Februar 2020 im gesamtem RMCC statt. Mit der großen Motorradmesse im RMCC musste Mitte März 2020 die erste Veranstaltung Corona-bedingt abgesagt werden. Einige Veranstaltungen konnten dank der leichten Erholung und den damit verbundenen Lockerungen der Verordnungen in den Sommermonaten – teils wie geplant – durchgeführt werden. So erreichte die ARTe-Kunstmesse vom 25. bis 27. September 2020 mit einem intelligenten Veranstaltungskonzept und knapp 4.000 Gästen annähernd das Besucherniveau vom Vorjahr. 100 Aussteller präsentierten in der großen Halle Nord mit 5000 Quadratmetern und einem permanenten Frischluftausgleich 250 Besucherinnen und Besuchern gleichzeitig ihre Kunstwerke.

Gipfeltreffen "Pfade in die Zukunft"

"Pfade in die Zukunft" war das Motto der ersten Expertenkonferenz, die spartenübergreifend die Gemeinsamkeiten von Kulturschaffenden, Messe- und Bühnenbauern, Konzertagenturen und Kongressorganisatoren thematisierte. Die als digitale Konferenz durchgeführte Veranstaltung fand am 11. und 12. Februar 2021 im RheinMain CongressCenter statt mit dem zentralen Thema "Re:start in der Kongress- und Veranstaltungswirtschaft".
35 Speaker in 11 Panels, 2 Key- Notes, eine der Veranstaltung vorangegangene Pressekonferenz sowie 450 Online-Teilnehmer/innen sind die wichtigsten Zahlen des imposanten Formats, das 680 Minuten Redebeiträge
produzierte.

Auf einem Scheitelpunkt der Pandemie ging es um Strategien für die Zukunft der Branche. Krisenreaktionen, Sicherheitsund Hygienekonzepte, digitale Perspektiven, Streamings und Studios wurden zwei Tage lang diskutiert, so u.a. mit dem Blick in die Zukunft von IAA und Buchmesse als wichtigen Leit-Veranstaltungen.

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Bildnachweise

  • wiesbaden.de / Foto: Wiesbaden Congress & Marketing GmbH