Positionspapier zum Tourismus in Wiesbaden vorgelegt

Die Wiesbaden Congress & Marketing GmbH hat einen Maßnahmenkatalog für den Tourismus in der hessischen Landeshauptstadt aufgrund der Corona-Pandemie vorgelegt.

Ein Blick vom Neroberg auf Wiesbaden.

Die Corona-Pandemie hat der positiven Tourismusentwicklung Wiesbadens in den ersten zwei Monaten dieses Jahres ein jähes Ende bereitet. In einem Positionspapier, das auf aktuellen Positionspapieren wichtiger touristischer Verbände basiert und lokale Gegebenheiten berücksichtigt, hat die für die nationale und internationale Vermarktung der Landeshauptstadt zuständige Wiesbaden Congress & Marketing GmbH (WICM) ihre „Marketingstrategie 2021+ modifiziert und Maßnahmen den aktuellen Herausforderungen angepasst. Aufgrund des andauernden Einreiseverbotes nach Deutschland rücken Gäste aus dem Inland stärker in den Fokus und potenzielle Individualreisende werden mit Rücksicht auf Hygiene- und Abstandsregeln noch gezielter als bislang angesprochen.

Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und ein wesentlicher Motor für das Prosperieren der Stadt und verdeutlicht so den Stellenwert des Fremdenverkehrs in der hessischen Landeshauptstadt. Gerade weil der Tourismus eng mit bedeutenden Wirtschaftszweigen wie unter anderem Hotellerie, Handel und Gastronomie verbunden sei, ist es wichtig, dass auch der Tourismus wieder kontrolliert anläuft. Das sichert Arbeitsplätze, beschert den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein sicheres Einkommen und sorgt für stabile Umsätze bei den Gewerbetreibenden und der Gastronomie.

Im Positionspapier werden folgende Thesen aufgeführt

  • Der Inlandsgast gewinnt deutlich an Bedeutung.
  • Die Ansprache von potentiellen Individualreisenden erfolgt noch zielgerichteter.
  • Individuelle Angebote sind geprägt vom urbanen Erlebnis.
  • Die individuelle Gestaltung des Freizeitprogramms wird bei der Programmerstellung eine große Rolle spielen.
  • Inhabergeführter Einzelhandel bildet eine Grundlage für einen Kommunikationsansatz.
  • Wahrnehmung von kulturellen Angeboten beschränkt sich aufgrund der aktuellen Einschränkungen auf individuelle Erlebnismomente.
  • Lokale Gastronomie mit regionaltypischer Küche wird kommunikativ verstärkt beworben, insbesondere auch Angebote im Außenbereich.
  • Das urbane Erleben der weitläufigen Grün- und Parkanlagen Wiesbadens gewinnt an Bedeutung.
  • Verbindende Erlebnismöglichkeiten im ländlichen Raum zwischen Stadt und Rheigau-Region mit entsprechenden Angeboten im Outdoor-Bereich gewinnen an Bedeutung.
  • Die internationale Quellmarktbearbeitung verändert sich: die Ansprache von europäischen und Übersee-Märkten differenziert sich stärker.
  • Veranstaltungsformate werden sich aufgrund der Hygiene- und Abstandsvorschriften ändern. Dies bezieht sich sowohl auf Veranstaltungen im öffentlichen Raum als auch auf Tagungen und Kongresse in Veranstaltungshäusern.
  • Digitale Formate im Rahmen von Konferenzen und Tagungen gewinnen an Bedeutung und werden zunehmend ein gesetzter Standard in der Veranstaltungsbranche.

Beim Werben um Touristen wird die WICM das individuelle Erleben in den Mittelpunkt stellen. Das gilt unter anderem auch für kulturelle Angebote, bei denen aufgrund der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln eine flexible und individuelle Programmgestaltung und dadurch besondere Erlebnismomente kommuniziert werden. Gleichzeitig werden die für die Region typischen Gastronomieangebote in der Vermarktung in den Vordergrund gerückt, speziell auch deren Möglichkeiten im Außenbereich. Ein Schwerpunkt wird darüber hinaus verstärkt auf Produkte "Made in Wiesbaden" gelegt sowie auf inhabergeführte Einzelhändler, die sich Individualreisenden als kompetente Servicepartner präsentieren.

Strategisches Vorgehen wichtiger denn je

In der aktuellen Lage ist ein strategisches Vorgehen unter Berücksichtigung der aktuellen Rahmenbedingungen wichtiger denn je. Noch herrsche bei zahlreichen Anbietern touristischer Angebote große Unsicherheit. Es ist folglich wichtig, dass WICM gemeinsam mit den Partnern Planungen kurzfristig anpassen und sie den sich kontinuierlich ändernden Vorgaben im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie angleichen.

Keine Großveranstaltungen bis 31. August

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August, ausgesetzt. Dieses Verbot wird auch Auswirkungen auf die folgenden Monate haben. Auch das Kongress- und Tagungsgeschäft bleibt weiterhin massiv eingeschränkt. Sämtliche dem Positionspapier zugrundeliegenden Annahmen basieren auf dem realistischen Szenario für die Tourismusentwicklung in Deutschland, das vom des Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes entwickelt wurde. Das Wiesbaden-Papier wird auch unter Einbindung der verschiedenen Tourismusakteure weiter fortgeschrieben.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • wiesbaden.de / Foto: WICM
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