Tourismus: Stadt und Region rücken enger zusammen

Wiesbaden und der Rheingau erarbeiten gemeinsam Konzepte für die Zukunft des Tourismus in der Region. Rund 160 Expertinnen und Experten haben sich am "Tourismusdialog Stadt - Land" beteiligt.

Tourismus: Stadt und Region rücken enger zusammen - Blick vom Weinberg am Neroberg auf Wiesbaden.

Die Stadt Wiesbaden und der Rheingau erarbeiten gemeinsam Konzepte für die Zukunft des Tourismus in der Region. Beim digitalen „Tourismusdialog Stadt - Land - Gemeinsam Zukunft gestalten“ tauschten jetzt rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Hotellerie und Gastronomie sowie Anbieter touristischer Dienstleistungen und Fachleute aus der Tourismusbranche ihre Zielsetzungen, Wünsche und Erwartungen aus.

Stadt und Region wollen sich den Neuerungen des Tourismus stellen

Übereinstimmender Tenor: Stadt und Region wollen sich den Herausforderungen des Tourismus, die sich nach Ende der Pandemie unter anderem in einer veränderten Digitalisierung äußern werden, in enger Kooperation stellen. Hier wird zukünftig auch die Zusammenarbeit in Richtung FrankfurtRheinMain eine größere Rolle spielen. Flankiert von Workshops, in denen die Gäste des Dialogs ihren Wunschgast definierten, Fragen verbindender Produkterlebnisse erörterten und sich der Nutzung von Synergieeffekten widmeten, wurden beim Tourismusdialog Impulsvorträge zum "Urlaub in der Heimat" und der "Verknüpfung von Stadt und Land" angeboten. 

Die Menschen möchten reisen, doch die pandemiebedingten Unsicherheiten rufen Skepsis bei der Reiseplanung hervor. Erhebungen der Hessen Agentur zufolge sank die Anzahl der Übernachtungen im vergangenen Jahr in ganz Hessen um 48 Prozent. Mit Re-Covery-Maßnahmen und einer digitalen Leitkampagne soll der hessenweite Tourismus in den kommenden Jahren wieder an Schwung gewinnen und sich zum Wunschurlaubsziel entwickeln. In Zeiten der Unsicherheit, so die Erkenntnis der Fachleute, gewinnt der Urlaub in Deutschland und damit auch in Hessen an Bedeutung.

Wert der Regionalität ein zentrales Thema

Der Wert der Regionalität ist dabei ein zentrales Thema, dem auch Wiesbaden und der Rheingau mit einer intensivierten Zusammenarbeit entsprechen wollen. Die erfolgreiche Verknüpfung von Stadt und Land soll auch die Destinationsbildung gewährleisten, bei der der Tourismus von Fördermitteln des Landes Hessen profitieren kann. 

Alle Akteure werde der Tourismus während und auch nach Corona vor neue Herausforderungen stellen, etwa dem Umgang mit der Beschleunigung von Entwicklungen und dem Erhalt während der Pandemie erlernter digitaler Praktiken: Florian Bauhuber von der Agentur "Tourismuszukunft", die auch mit der Durchführung des digitalen Tourismusdialogs betraut war, befasste sich gemeinsam mit Fachleuten der Region mit den Aspekten digitaler Bezahlprozesse, Besucherlenkung und digitaler Events. In diesem Zuge wurden auch innovative Produkte vorgestellt.

Klare Aufgabenverteilung zwischen dem Rheingau und Wiesbaden

Martin Michel, Geschäftsführer der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH, der die Stadt in punkto digitaler Veranstaltungen gut aufgestellt sieht, bekräftigt, dass die Erfahrungen der Digitalisierung werden mitgenommen werden.  Gleichzeitig unterstreicht er die Bedeutung der persönlichen Begegnung. Eine klare Aufgabenverteilung zwischen dem Rheingau und Wiesbaden ist seinen Worten zufolge Voraussetzung für die vielversprechende Nutzung des Standortvorteils wie für den gemeinsamen touristischen Erfolg, der auch den regelmäßigen Dialog mit den Akteuren und Leistungsträgern vor Ort voraussetze. 

In den Ergebnissen der vier Workshops spiegelt sich unter anderem der Wunsch nach Kulinarik als verbindendem Element, nach der Schaffung ganzheitlicher Erlebnisse und der Bedeutung von Authentizität wider. Es gehe auch um die Vermittlung von Selbstbewusstsein, mit dem das Vertrauen von Natur- und Kultur-Reisenden wie auch dem Weinliebhaber in Stadt und Region gestärkt werde. 

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • wiesbaden.de / Foto: WICM