Dostojewski-Büste im Kurpark

In Wiesbaden begann Dostojewskis Spielleidenschaft. Um diese zu finanzieren, schrieb er in Rekordzeit den Roman "Der Spieler".

Dostojewski-Büste am Nizzaplätzchen

Mitte der 1990er Jahre kam der ehemalige russische Präsident Michail Gorbatschow zusammen mit seiner Frau nach Wiesbaden. Ein russischer Journalist, der Gorbatschow damals begleitete, erzählte dem renommierten russischen Maler und Bildhauer Gabriel Glikman von der engen Verflechtung, die Wiesbaden und Dostojewski verband.

Glikman entschloss sich zu einer großherzigen Geste und überreichte die expressionistische Dostojewski-Büste dem Wiesbadener Casino zum 225. Geburtstag als Geschenk. Seit 1996 steht am Nizzaplätzchen im Kurpark die Büste von Fjodor Dostojewski.

Dostojewskis Spielleidenschaft

1865 brachte der Schriftsteller Fjodor Dostojewski während seines Aufenthaltes in Wiesbaden dreitausend Goldrubel durch, hiermit begann auch seine Spielleidenschaft. Einen weiteren Kredit bei seinem Verleger sollte er nur bekommen, wenn er innerhalb einer kurzen Zeit einen neuen Roman schreiben würde. Einen Monat vor Ablauf der Abgabefrist diktierte Dostojewski der jungen Stenografin Anna Snitkina – seiner späteren zweiten Frau – das Buch "Der Spieler" in Rekordzeit. Es erschien 1866 und thematisierte die Leidenschaft der Spielsucht und der Geldgier in der fiktiven Stadt "Roulettenburg".

Dostojewski schrieb zu dieser Zeit nur relativ geschäftsmäßige Briefe an Freunde und Verwandte, die einzigen Schwärmereien gab er über den Rhein ab: "Von den Wundern der Natur habe ich nur den Rhein mit seinen Ufern gesehen. Das ist wirklich ein Wunder".

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