Kolumne Dezernent Andreas Kowol - Herbst 2020

Regelmäßig wendet sich Wiesbadens Dezernent für Umwelt, Grünflächen und Verkehr - Andreas Kowol - mit der Kolumne an alle Radfahrerinnen und Radfahrer, diesmal mit der Herbst-Ausgabe.

Umwelt- und Verkehrsdezernent Andreas Kowol an der Umweltspur 1. Ring.

Liebe Radfahrerinnen und Radfahrer,

der Herbst hat mittlerweile Einzug gehalten: Ein ideale Gelegenheit, an den letzten schönen Tagen mit dem Rad die bunt gefärbten Landschaften, Bäume und Weinberge zu genießen. Auch die zweite Welle der Corona-Pandemie hat uns leider wieder im Griff: Viele Menschen in Wiesbaden benutzen nach wie vor verstärkt das Fahrrad, um auf die Arbeit, zur Uni, zur Schule oder zum Einkaufen zu fahren. 

Der Ausbau des Rad-Grundnetzes 2020, vor allem auch der Verbindungen zwischen der Innenstadt und den Vororten, hat für mich daher unverändert hohe Priorität. Deswegen freue ich mich, dass wir nun mit der Radverbindung Saarstraße eine rund 2,3 Kilometer lange Netzlücke schließen konnten. Hiervon profitieren nicht nur die Schiersteinerinnen und Schiersteiner, sondern auch die Menschen aus dem Rheingau, die nun auf direktem Weg sicher in die Wiesbadener Innenstadt fahren können. Auch die Verbindung zwischen Sonnenberg und Rambach und der City wird komfortabler: Die Lücke zwischen dem Ende des Kurpark-Radwegs an der Josef-von-Lauff-Straße und dem Kureck wird in diesen Tagen geschlossen, die Sonnenberger Straße wird stadtauswärts sogar eine Protected Bike Lane bekommen und in Fahrtrichtung Wilhelmstraße einen Radschutzstreifen. Außerdem haben wir die Abraham-Lincoln-Straße auf vielfachen Wunsch für den Radverkehr fit gemacht – stadtauswärts gibt es nun für die zahlreichen Berufspendlerinnen und –pendler einen Schutzstreifen und stadteinwärts eine breite Umweltspur. 

Zu den Umweltspuren auf dem ersten Ring liegen seit Kurzem erste Verkehrsdaten vor, die meinen Eindruck und den vieler anderer bestätigen: Der Radverkehrsanteil hat sich auf dem Abschnitt zwischen Gutenbergplatz und Hauptbahnhof von 2018 auf 2020 verdoppelt. Dass die neuen Umweltspuren so gut angenommen werden, sind gute Neuigkeiten, und ich bin mir sicher, dass diese Entwicklung noch weitergeht. Auf diesem Abschnitt der Umweltspur mussten wir außerdem nachbessern: Nachdem zu viele Autofahrerinnen und Autofahrer beim Abbiegen auf die Straße am Landeshaus den Schulterblick nicht beachtet und somit vor allem geradeaus fahrende Radfahrerinnen und Radfahrer auf der Umweltspur gefährdet haben, sahen wir uns gezwungen, den Abbieger für den Autoverkehr vorerst zu schließen. 

Die Aktion "Radfahren neu entdecken" läuft mittlerweile dank des Engagements des Landes Hessen ein zweites Mal bei uns in Wiesbaden und bietet Privatleuten und Gewerbetreibenden die Gelegenheit, kostenlos und unverbindlich Cargo-Bikes auszuprobieren. Wie beim letzten Mal ist die Nachfrage unverändert groß, was sehr erfreulich ist. Am Hauptbahnhof gibt es außerdem weitere gute Neuigkeiten: Dort werden bald Radboxen installiert, in denen man hochwertige Fahrräder sicher abschließen kann; diese sollen mit einem Online-Buchungssystem ausgestattet werden und teilweise über Steckdosen für Pedelecs verfügen. Darüber hinaus gibt es seit einigen Wochen im Bereich des Gleises 11 eine Doppelstockanlage zum witterungsgeschützten Anschließen von Fahrrädern im Bahnhofsgebäude.

Leider konnte dieses Jahr coronabedingt das öffentliche Radverkehrsforum nicht wie gewohnt stattfinden. Selbstverständlich besteht jederzeit die Möglichkeit, sich mit Radverkehrsbelangen bei uns zu melden, ob telefonisch, per Mail oder über die sozialen Medien. Und noch eine wichtiger Termin zum Vormerken für nächstes Jahr: Das Stadtradeln 2021 soll vom 30. Mai bis 19. Juni stattfinden – dann hoffentlich wieder mit neuen Rekord-Teilnehmerzahlen. 

Meine letzte Bitte, da es nun immer dunkler wird und ich leider immer wieder Radfahrerinnen und –fahrer auch in der Dämmerung, abends und nachts ohne Licht sehe: Fahrt und fahren Sie bitte immer mit ausreichend Beleuchtung am Rad! Man riskiert sonst nicht nur ein Bußgeld, sondern gefährdet sich und andere Verkehrsteilnehmerinnen und –teilnehmer.  

Ich wünsche Ihnen und euch alles Gute, allzeit sichere Fahrt und vor allem Gesundheit. 

Dezernent Andreas Kowol.

Ihr Andreas Kowol

Dezernent für Umwelt, Grünflächen und Verkehr

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