Kolumne Dezernent Andreas Kowol - Winter 2019/2020

Regelmäßig wendet sich Wiesbadens Dezernent für Umwelt, Grünflächen und Verkehr - Andreas Kowol - mit der Kolumne an alle Radfahrerinnen und Radfahrer, diesmal mit der Winterausgabe.

Kolumne - Dezernent Andreas Kowol mit dem Rad auf dem Mittelstreifen des Bismarckrings am Sedanplatz.

Liebe Radfahrerinnen und Radfahrer,

rund zwei Drittel der Wiesbadenerinnen und Wiesbadener halten die Förderung des Radverkehrs für eine vordringliche kommunalpolitische Aufgabe - das hat eine kürzlich veröffentlichte Bürgerumfrage der Stadt ergeben. Bei diesem Punkt wurde – neben der Förderung des ÖPNV – sogar der stärkste Zuwachs im Vergleich zur letzten Umfrage verzeichnet. Das zeigt einmal mehr, dass die Menschen in unserer Stadt die Verkehrswende aktiv und immer lauter einfordern.

Deswegen geht es beim Ausbau des Radnetzes unverändert weiter. Der Bismarckring ist nun auf dem Abschnitt zwischen Sedanplatz und Dotzheimer Straße auf dem Mittelstreifen durchgängig befahrbar – somit schaffen wir für die "langsameren" Radfahrenden eine Alternative zu den bereits beidseitig eingerichteten Umweltspuren. Die Arbeiten auf der Saarstraße schreiten voran; außerdem wurden in der Zwischenzeit eine Reihe neuer Radverbindungen beschlossen. Die Sonnenberger Straße bekommt im Sommer zwischen Josef-von-Lauff-Straße und dem Kureck beidseitig Rad- beziehungsweise Radschutzstreifen, teilweise als Protected Bike Lane. Auf der New-York-Straße wird in Fahrtrichtung Bierstadt ein gemeinsamer Geh- und Radweg eingerichtet und die Achse Lessingstraße / Matthias-Claudius-Straße wird in den Kreuzungsbereichen Friedrich-Ebert-Allee und Mainzer Straße für den Radverkehr ertüchtigt.

Und da immer mehr Menschen in unserer Stadt mit dem Rad zur Arbeit fahren – die Anzahl der Radpendlerinnen und –pendler hat sich von 2013 auf 2018 fast verdoppelt – wird auch die Abraham-Lincoln-Straße für den Radverkehr sicherer gemacht: Für die vielen Berufstätigen rund um den Raiffeisenplatz richten wir ab Sommer bergauf einen Schutzstreifen und bergab eine breite Umweltspur für Bus und Rad ein.

Darüber hinaus freut es mich, dass wir auch dieses Jahr wieder gemeinsam mit der ESWE Versorgung die Lastenrad-Kaufprämie anbieten. Nachdem im letzten Jahr die Fördermittel von rund 100.000 Euro schon nach knapp einem halben Jahr aufgebraucht waren, wurde Anfang dieses Jahres ein ebenso großes Förderpaket geschnürt, damit wir noch mehr Wiesbadener Privatleute und Gewerbetreibende bei der Anschaffung eines Cargo-Bikes unterstützen können.

Wer öfters an der Kreuzung Berliner Straße / Erster Ring vorbeikommt, wird auch bemerkt haben, dass wir nun an einigen Ampelmasten Griffe installiert haben: Bei Rot müssen Radfahrerinnen und Radfahrer nun nicht mehr absteigen, sondern können sich bequem festhalten – natürlich sind die Ampelgriffe auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gedacht. Auch werden derzeit an vielen öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen neue Fahrradabstellbügel errichtet.

Zuletzt möchte ich noch auf die Theodor-Heuss-Brücke zu sprechen kommen: Die knapp vierwöchige Sperrung dieser wichtigen Verbindung für den Autoverkehr hat gezeigt, welche wichtige Rolle der Radverkehr in der innerstädtischen Mobilität einnimmt. Dass so viele Menschen in dieser Zeit über die Brücke geradelt sind und die Unternehmen beziehungsweise die Radcommunity hier mit Radshuttle-Services und Verteilaktionen gezeigt haben, wie diese Zeit kreativ genutzt werden kann, hat mich sehr gefreut.

Ich bin zuversichtlich, dass das Jahr 2020 für den Radverkehr in Wiesbaden ein gutes wird und wünsche Ihnen und euch eine gute und sichere Fahrt.

Dezernent Andreas Kowol.

Ihr Andreas Kowol

Dezernent für Umwelt, Grünflächen und Verkehr

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