Ergebnisse ADFC-Fahrradklimatest

Bis zum 30. November 2018 konnten Radfahrerinnen und Radfahrer beim Fahrradklimatest über das Radklima in ihrer Stadt abstimmen. Im ADFC-Fahrradklimatest holt Wiesbaden deutlich auf - bleibt aber Letzter - und darf sich nun über Auszeichnung "Aufholer-Kommune" freuen.

Ergebnisse ADFC-Fahrradklimatest für Wiesbaden.

Die Ergebnisse der im Herbst 2018 durchgeführten Umfrage zur Fahrradfreundlichkeit des ADFC wurden am 9. April 2019 veröffentlicht. Die immer weiter wachsende Teilnehmerzahl in Wiesbaden verdeutlicht die zunehmende Bedeutung des Radverkehrs. 1.729 Wiesbadenerinnen und Wiesbadener sagten ihre Meinung zum Radfahren in ihrer Stadt.

Die Gesamtnote für Wiesbaden von 4,42 liegt 0,19 Punkte über dem Ergebnis vom letzten Fahrradklimatest. Dies ist eine deutliche Verbesserung und bringt Wiesbaden die Auszeichnung "Aufholer-Kommune" unter den Großstädten - größer als 200.000 Einwohner - ein. Eindeutig positiv fällt das Urteil für Wiesbaden bei folgenden Fragen aus: "Verfügbarkeit Mieträder" (+1,5), "Mehr Werbung fürs Rad", "Förderung in jüngster Zeit" (je +0,8), und "Wegweisung" (+0,7).

Weiterhin ein sehr schlechtes Ergebnis bescheinigen die Radfahrer in der hessischen Landeshauptstadt den Bewertungskategorien "Sicherheit" und "Komfort", insbesondere den Aspekten "Parken auf Radwegen", "Konflikte mit Kfz" und generell die "Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer". Schlechtere Bewertungen gab es bei dem Winterdienst der Radwege und den Radwegbreiten.

Der ADFC Wiesbaden/Rheingau-Taunus würdigt einen spürbareren politischen Willen Wiesbadens zur Verbesserung des Fahrradklimas, vor allem seit Beginn der Amtszeit von Verkehrsdezernent Kowol im Jahr 2017. Erste Maßnahmen aus dem Luftreinhalteplan Wiesbaden zur Vermeidung des Dieselfahrverbots, wie zum Beispiel der Pilotversuch "Geschützte Radfahrstreifen", Umweltspur auf dem 1. Ring sowie die Einrichtung "Dein Radbüro Wiesbaden" fördern den Radverkehr. Viele Maßnahmen erfolgten allerdings erst zum Ende des Umfragezeitraumes. Erik Frank, Vorsitzender des ADFC Kreisverbandes Wiesbaden/Rheingau-Taunus freut sich, dass diese Bemühungen der letzten Monate erste Früchte zeigen. Der Nachholbedarf bei Sicherheit und Komfort sei jedoch enorm und das Ergebnis der Zusatzfragen zur Familienfreundlichkeit sei mit einem Wert 5,11 erschreckend. Radfahren müsse für alle zwischen 8 und 88 angstfrei möglich sein.

Aber man spüre, dass der Radverkehr in Wiesbaden und in den Umlandkommunen mehr Beachtung findet und immer öfter auf der politischen Agenda auftaucht. Wer den Radverkehr jedoch wirklich fördern und ausbauen möchte, der muss "Mehr Platz fürs Rad" schaffen.

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